Sunday, March 7th, 2010

Woche 16: Zur Verfügung Durchdiener-Kompanie

In dieser Woche fand für die Mehrheit der Kompanie die erste grosse Übung “Turicum Uno” statt. Ich war aber abdétachiert zur Durchdiener-Kompanie als Panzerfahrer.

Montag
Wie immer war der Termin zum Einrücken erst am Montag um 13.00. Im Kampfkomplett verschoben wir dann ins Auenfeld, um mit den Vorbereitungen für die anstehende Übung anzufangen. Alle Gruppen bezogen ihre Posten rund um die Halle 4 und man begann das geplante Netz in einem kleinen Rahmen aufzubauen.

Um mit unserem schweren Panzer an unseren Standort zu kommen, wählten wir den direkten Weg über die Wiese, weil der Zufahrtsweg bereits durch einen anderen Puch blockiert war. Leider war das nicht die schlauste Idee, da Landschaden (auch wenn er nicht wirklich gravierend war, andere fuhren mit ihren Puchs regelrechte Gräben in die Wiese beim wenden) vom höheren Kader nicht wirklich erwünscht ist. Dann standen wir herum und warteten, bis unsere Vermittler im Panzer das Netz konfigurierten.

Um 18.00 durften wir dann in der Halle 4 gestaffelt den Znacht fassen und anschliessend wieder warten bis etwa 21.00. Dann kam nämlich endlich der Befehl zum abbrechen und Panzer parkieren. Anschliessend mussten wir alle unsere Puchs mit Anhänger nochmals ausladen, weil noch 2 Kabelrollen vermisst werden. Dann kam der Kadi vorbei, fragte ob das Puch Nummer sowieso sei, was wir verneinten. Dann ging sie wieder weg und kurz darauf kam der Befehl, alles wieder einzuladen….

Zurück in der Kaserne packten noch alle ihre Eff-Tasche mit den nötigen Kleidern und PA-Verpflegung.

Dienstag
Tagwache war bereits um 5.15. *gähn* Ich ging ganz normal zmörgelen und meldete mich anschliessend wie befohlen beim Wachkommandanten im VAKD und zügelte meine Sachen in den Schlafraum der Wache. Dann hockte isch rasch 1.5 Stunden im Wachhäusschen bei der Barriere und notierte von jedem Fahrzeug, das rein oder raus fuhr, die Autonummer.

Um 8.00 hatte ich dann einen “Termin” mit dem Kadi der Durchdiener-Kompanie, welcher meinte, dass ich bereits am Nachmittag in die Gruppe integriert werde, obwohl ich erst für den Mittwoch gebucht war. Anscheinend brauchten sie einen Panzerfahrer, welcher am Orientierungstag für angehende Rekruten etwas über die Piranhas erzählt.

Bis am Mittag war Hä-Si-Be angesagt, da das sogenannte Det “Orient” im Hallenbad war. Nach dem Zmittag stiess ich dann zu ihnen und wir fuhren mit dem Puch ins Auenfeld. Von dort aus fuhren wir mit dem Panzer ins nahegelegene Ausbildungszentrum Galgenholz und stellten dort den Panzer inklusive Mast auf. Ein kleiner Piranha der Militärpolizei parkierten wir ebenfalls daneben. Dann erzählten wir den Jugendlichen die technischen Eckdaten der Panzer, liessen sie auf den Fahrerplatz sitzen (Reaktion von 99% der Jungs: “Do gsehsch jo gar nüt” – “Döt chasch de Sitz ufeloh” – “Ahaaaaaa”) und einen Blick in den Technikraum werfen. Bei den anderen Posten wurde das Gewehr (Jugendlicher nimmt Gewehr in die Hand “Lueg etz chani di voll abknalle”, Kamerad lädt sein Gewehr mit Manipats durch, Reaktion “Woho, so hanis denn scho nöd gmeint”), die Splischu (Jugendlicher zieht Weste an, Kamerad will mit Bajonett die Stichfestigkeit demonstrieren, Reaktion “Ahh go mit dem Messer weg….”) und der Inhalt des Kampfrucksacks erklärt.

Beim Aufräumen blieb dann auf dem Weg nach unten der Mast bei etwa 30° stehen. Weder per Computer noch per Schaltbox auf dem Dach liess sich der Mast bewegen. So gab es nur eine Möglichkeit: Kurbeln…. Als der Mast nach einer halben Stunde dann endlich unten war, kam das Problem mit der Verrieglung. Ist der Mast nicht verriegelt, fährt der Panzer keinen Meter. Auch ein Feldweibel kam noch dazu und bastelte noch herum und nach über einer Stunde und einem Telefon mit dem AMP später, entfernten wir die Plombe beim Überbrückungsschalter und fuhren dann langsam wieder Richtung Auenfeld.

Mittwoch
Da alle Zimmer abgeschlossen waren, musste ich im VAKD übernachten. Leider wird man alle 2 Stunden wieder wach, weil die Schichten wechselten….

Am Morgen stand wieder bis zum Zmittag Hä-Si-Be und Sport auf dem Programm und am Nachmittag gingen wir wie am Vortag ins Galgenholz mit unserem Material. Alles ausser dem Panzer, der machte einen Ausflug nach Hinwil in die Reparatur. So konnten wir nur über den kleinen Piranha und über den Puch etwas erzählen.

Zurück in der Kaserne am Abend im VAKD durfte ich dann noch die Schweizer Fahne einholen. Wie in Bière wird die Fahne nur mit den Lederhandschuhen angefasst. Übrigens haben wir hier in Frauenfeld noch kein einziges Mal die Hymne gesungen, weder am Sonntag beim Einrücken zu Beginn der Woche wie in Kloten oder jeden Morgen wie in Bière.

Donnerstag
Am Morgen machten wir einen Ausflug nach Hinwil, um unseren Panzer aus der Reparatur wieder abzuholen. Nachdem unser der überaus nette AMP-Mitarbeiter die Funktionstüchtigkeit des Mastes demonstrierte, durfte ich den Panzer zurück nach Frauenfeld fahren.

Und wieder waren wir am Nachmittag wieder im Galgenholz, diesmal wieder mit dem RAP-Panzer. Diesmal waren es Jugendliche aus Arbon und Umgebung, leider die mit Abstand schlimmste Gruppe der Woche. Lauter Gangster und andere Möchte-Gerns, die wahrscheinlich nur wegen dem Ballern in die RS wollen und nach einer Woche nur noch am heulen sind…. ;-)

Den Tag rundeten wir mit einem kleinen Ausgang ab.

Freitag
Nach dem Zmorgen gings ab in die Halle 1, wo die ganze Kompanie die WPDs an den Fahrzeugen durchführte. Nach unserem ausführlichen Panzer-WPD war bis am Mittag wieder Hä-Si-Be in der Kaserne angesagt, während der Rest der Gruppe zur Dienstbesprechung musste.

Am Nachmittag präsentierten wir ein letztes Mal unsere Panzer im Galgenholz und parkierten dann möglichst schnell unseren Panzer hinter der Halle 1. In der Zwischenzeit kamen die anderen von der Übung zurück. Ich verabschiedete mich vom Durchdiener-Det, welches jetzt ins Wochenende durfte. Ich hingegen stiess wieder zu meiner regulären Gruppe und im Zimmer erzählten wir uns, was diese Woche so gelaufen ist.

Es folgte dann später der Znacht, die Dienstbesprechung, eine ausführlich bebilderte Besprechung der Übung und die Kasernenreinigung.

Samstag
Wie immer wäre nach Tagesbefehl um 6.30 das HV angesagt. Da aber wieder irgendein Oberdepp sein Gewehr inklusive Verschluss noch nicht abgegeben hat, verzögerte sich alles um 45 Minuten.

Fazit Woche 16:
In dieser “Schnupperwoche” als Durchdiener konnte ich auch vieles in Erfahrung bringen, was unmittelbar nach der VBA auf uns zukommt. Nach diversen Übungen und Märschen werde es immer lockerer und auch Wochen wie diese seien keine Seltenheit.

Erkenntniss Woche 16:
Ach, hätten wir doch in unserem VBA-Zug auch solche Wachtmeister wie der Gruppenführer von dieser Woche ;-)

Ausblick Woche 17:
Aus mir noch unbekannten Gründen muss mit rund einem Dutzend anderen Soldaten bereits am Sonntag Abend einrücken. Wahrscheinlich nur um am Montag Morgen ein paar Fahrerjobs zu erledigen. Ansonsten wird die Übung “Turicum Due” wieder die ganze Woche ausfüllen.

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Saturday, February 27th, 2010

Woche 15: “Puch? I gseh do kein Puch”

Diese Woche stand ganz im Zeichen des Tarnens von Fahrzeugen. Ein Puch zu tarnen ist noch kein grosser Aufwand aber ein grosser Panzer dauert ewig….

Montag
Da wir erst um 22.00 Uhr einrücken mussten, begann die Woche doch sehr gemütlich.

Dienstag
Nach dem Zmorgen standen wir das erste Mal mit Kampfkomplett bereit. Vor der Verschiebung zum 300m-Stand räumten wir aber unser Rucksack wieder vollständig aus und packten unser ganzes Zeug korrekt und möglichst klein wieder rein.

Dann gings mit dem Lastwagen hoch zum 300m-Stand, wo jeder rasch seine 18 Schuss verballerte. Das Ziel war 50 Punkte und kein Nuller zu schiessen. Da es heute nicht um das Abzeichen ging, war natürlich mein Ziel kein Nuller zu erzielen, was mir glücklicherweise auch gelang. Mit 62 Punkten erfüllte ich locker, immerhin eine Steigerung von 11 Punkten gegenüber dem letzten Schiessen.

Der Morgen war damit auch schon gelaufen. Nach dem Zmittag und der obligaten Siesta verschoben wir zu den KD-Boxen draussen im Auenfeld. Es stand eine Sanitätsübung auf der nahegelegen Wiese an: Die Hälfte des Zuges spielte verletzte Soldaten, welche auf offenem Feld vom Feind überrascht wurden, die andere Hälfte musste die Verletzten in den sicheren Wald transportieren. Die Verletzten zog man jeweils am GT durch die nasse Wiese und ca. in der Hälfte gabs auch noch C-Alarm. Mit der Schuma bekommt man ja viel mehr Luft bei dieser Schwerstarbeit und die Verletzten sind ja vom Gewicht her auch so leicht…. Nach drei weiteren Durchgängen und Rollenwechseln hatten wir uns endlich eine Pause verdient. Damit wir nicht unsere Tarnanzüge verdreckten, hatten wir für diese tolle Übung unsere Regenpellerinen an, welche nun vor Dreck standen.

Endlich gings wirklich in die KD-Boxen. Wir verballerten rasch 40 Schuss, erfüllten irgendeinen Test und schossen auch mit der Schuma, was ziemlich schwierig war. Nur am oberen Rand der Schumagläser konnte ich knapp über das Visier schauen aber alle Schüsse fanden erstaunlicherweise ihren Weg in Ziel.

Dank dem, dass wir uns gegenseitig im Dreck herumgezogen haben, stand eine üble PD an, der Regenschutz musste wieder sauber werden. Nach mehr als 45 Minuten Schuh-, Gewehr- und Regenschutz-PD gabs Znacht und wir mussten Tenü A erstellen.

Bei der Zimmerkontrolle vor dem HV gabs vom Feldi einen gehörigen Rüffel. Das Niveau der Zimmerordnung sei unglaublich tief, nur zwo Zimmer waren auf Anhieb in Ordnung, natürlich war unseres unter diesen zwei. ;-) Schlussendlich gabs knapp zwo Stunden Ausgang….

Mittwoch
Der Trifit stand am Morgen an, daher erstellten wir Tenü Sport, danach aber doch wieder Tenü Taz, weil unser Zug erst später dran war. Im Kampfkomplett standen wir kurze Zeit später in der Halle III der Stadtkaserne, nur um rasch einmal BG 4 zu erstellen, also Vollschutz. Da es 17 Minuten dauerte, bis alle fertig waren, reichte es leider, leider nicht mehr für einen zweiten Durchgang. Tenü Sport war wieder angesagt.

Wie immer verschoben wir mit den Lastwagen ins Auenfeld in die Sporthalle nebenan. Drinnen absolvierten wir den Standweitsprung (2.20m) und den Rumpfkrafttest (2min 10sek). Draussen folgte noch rasch der Zwölfminüteler (2540m). Zurück in der Stadtkaserne genossen wir eine kurze Dusche und assen Zmittag.

Am Nachmittag startete die mehrtägige Übung “Hopp de Bäse”. Wieder im Auenfeld fuhren wir mit unseren Gruppen (wir mit einem Panzer und 2 Puchs) auf die sumpfige Panzerpiste ausserhalb des Kasernenareals und lernten, wie man Fahrzeuge tarnt. Bei strahlendem Sonnenschein tarnte unser ganzer Zug mustergültig einen Duro. Beim Tarnen geht grundsätzlich nur darum, das Fahrzeug unkenntlich zu machen und weniger darum, es “unsichtbar” zu machen. Man bricht die markanten Konturen mit Tarnnetzen und herumliegen Ästen oder ähnliches und denkt spiegelnde und reflektierende Teile möglichst ab.

Anschliessend gings wieder zurück in die Gruppen. Dann mussten wir unseren RAP-Panzer tarnen. Ganz nach dem Muster-Duro versuchten wir unseren Panzer etwa im Wald zu parkieren. Leider machte es der weiche Untergrund und das Gewicht des Panzers unmöglich, ihn wie gewünscht zu platzieren. Dank Allrad bekamen wir ihn wieder auf die Strasse und beschlossen ihn auf dem angrenzenden Kiesplatz zu tarnen. Nach rund einer Stunde war das Ergebnis ok, nur die Bogenantenne vorne rechts konnte man noch deutlich unter dem Tarnnetz erkennen. Anschliessend tarnten wir noch einen unserer Puchs, was wesentlich schneller und auch leichter ging. Dann verschoben wir zurück ins Auenfeld für den Gamellenznacht. Diesmal gabs ein Müsterchen Hörnli und Ghackets, inklusive Öpfelmues.

Nach diesem Festessen lernten wir das Manövrieren und Weisen mit den Armen. Auch wenn es für uns Fahrer schon etwas alltägliches war, war es trotzdem enorm anstrengend, denn die Dunkelheit macht es fast unmöglich, die Radstellung des Fahrzeugs zu erkennen und da man vor dem Fahrzeug steht beim Rückwärtsmanövrieren sind die grellen Scheinwerfer auch nicht sehr hilfreich.

Als wir dann wieder aufkollonierten, um zur Kaserne zurück zu fahren, musste ich mit meinem Puch warten, bis alle da waren, stieg aus und ging zum Fahrzeug hinter mir, um ein wenig zu plaudern. Ich stand keine 20m vom Fahrzeug entfernt, aber jemand (wie sich später herausstellte der Zugführer) nahm meine Flinte aus dem Puch. Durch den Motorenlärm und die Dunkelheit bemerkte ich es nicht einmal. Als ich mein Puch in der Halle parkiert hatte, ging die Sucherei los. Ich ging schlussendlich zum Zugführer und beichtete, was passiert ist. Er meinte nur, ich muss das Gewehr immer auf Mann haben oder das Fahrzeug abschliessen, sobald ich nur einen Schritt aus dem Fahrzeug mache, suchen bis gefunden… Hui lustig, Schikaniererei pur…

Ich suchte erfolglos die halbe Halle ab und durfte dann schlussendlich mit dem letzten Lastwagen in die Stadtkaserne fahren. Dort angekommen, schaute ich in der Waffenkammer nach und prompt stand mein Gewehr in der Halterung. Zurück beim Zugführer gab er noch mein Verschluss zurück und ich solle doch bis morgen 7.15 einen 2-seitigen Aufsatz über die Geschehnisse und was ich daraus gelernt habe schreiben. Widerwillig kritzelte ich nach dem ABV rasch etwas hin und um 00.15 war endlich Lilö.

Donnerstag
Vor dem AV gab ich meinen Aufsatz dem Zugführer. Er las ihn rasch und gab ihn mir mit den Worten “Die Sach isch gässe” zurück. Merci….

Wie am Mittwoch fuhren wir ins Auenfeld und dann mit unseren Gruppenfahrzeugen raus auf die Panzerpiste, um einen gesicherten Halt zu machen. Fahrer und Kommandant (ich) deckten mit den Tarnnetzen grob den Panzer ab, der Rest verteilte sich um den Panzer, um ihn 360° abzudecken. Nachdem wir fertig getarnt haben, suchten wir einen noch wenig beobachteten Sektor und legten uns auch in die Wiese, das Gewehr im Anschlag und warteten…..und warteten…..und warteten….bis es hiess, das Ganze auf, Panzer enttarnen, das Ganze von vorn…. Wieder fast eine Stunde später, bauten wir wieder alles ab, verschoben mit dem Panzer rund 300m und machten das gleiche Spiel noch ein Drittes mal.

Und so verging die Zeit auch irgendwie und schon bald hiess es, ab ins Auenfeld, der Zmittag wartet dort auf uns. Am Nachmittag machten, ach wie toll, wieder mal einen gesicherten Halt um den Panzer und zwo Puchs. Fast eine Stunde lang lagen wir regungslos da und erschreckten unabsichtlich ein paar Zivilisten, welche mit ihrem Hund spazieren gingen. (Ein Kamerad erzählte, dass ein Zivilist gleich rechts und kehrt machte, als er ihn im Gebüsch mit dem Gewehr im Anschlag entdeckte. ^^) Dann parkierten wir wieder alle Fahrzeuge um und bekamen den Auftrag, alle drei Fahrzeuge perfekt zu tarnen. Nach rund anderthalb Stunden Tarnarbeit, bekamen wir ein Lob von unseren Gruppenführern. Vorallem ein Puch ähnelte von Weiten eher einem Scheiterhaufen als einem Fahrzeug. Wir bauten anschliessend alles wieder ab und fuhren zurück in die Kaserne, wo der Wochenparkdienst (WPD) und die Materialkontrolle und -retablierung anstand. War das Wetter bis zum Abend noch wunderbar, begann es nun in Strömen zu regnen. Ich war zusammen mit einem Kameraden für einen Puch zuständig. Wir reinigten das Fahrzeug aussen, innen und überall und tankten unfassbare 3 Liter, da wir gelernt haben, den Tankanzeigern nicht zu trauen. Diesmal schien er aber zu stimmen. Kurz vor 23.00 gings dann zurück zur Stadtkaserne.

Um den Tag dann doch noch ein wenig abzurunden, durfte ich noch ein Paket von einem Kollegen im KP abholen. Merci an dieser Stelle! xD

Freitag
Mit Kampfkomplett und Schlafsack gings nach dem Zmorgen wieder ins Auenfeld, die Verladeinspektion stand heute auf dem Programm. Das heisst, man muss alles Material und das Gepäck ordentlich und vorallem sicher einladen. Im Panzer war das zum Glück ganz einfach: Flinten in die Halterungen, Rucksäcke und GTs in die vorgesehenen Fächer legen und das Netz davorspannen. Fast anderthalb Stunden hockten wir in den Fahrzeugen so bereit, als ob wir nur noch auf den Befehl warteten, um los zu fahren. Schlussendlich kamen zwei Kader vorbei, schauten rasch hinten in den Panzer rein und waren zufrieden.

Den Zmittag gabs wieder mal in der Stadtkaserne. Wie schon letzten Freitag gab es Fisch, diesmal mit Tortelloni und einer unglaublich feinen Sauce. Nach der Siesta gings wieder ins Auenfeld, im Gepäck die Turnschuhe und das zweite Paar Kampfstiefel. Wir putzten grob das Paar KS, das wir an den Füssen hatten und putzten anschliessend auch noch gründlich unsere Flinten. Dann standen wir in der Fahrzeughalle an, um die Schuhe auf Abnutzung zu kontrollieren.

Während dem Anstehen kam plötzlich ein Adjutant und rief nach einem Soldat Hafner. Ich meldete mich und ging zu ihm, schon mit allen üblen Vorstellung, was jetzt auch mich zu kommen würde. Kurz darauf kam ein Oberstleutnant, der Einheitskommandant, zu mir und bat mich rasch mitzukommen und unter vier Augen zu sprechen. Als wir im Magazinraum waren, schloss er die Tür und began vom dem Gewehrtheater von letzten Freitag (siehe Woche 14) zu erzählen. (Ich sah schon von Weiten, wie er ein Ausdruck von meinem Bericht in der Hand hielt, diverse Zeilen mit Leuchtstift markiert) Er wusste bis zu diesem Morgen noch nichts von dem, was vorgefallen war. Ein Kamerad von ihm ist zufällig auf mein Blog gestossen und habe ihm die Story zukommen lassen. Aufgrund meines Berichts habe er ein wenig nachgeforscht, was da genau passiert war und meinte schlussendlich, er mag es auch nicht, wenn Leute schikaniert werden und es sei schon etwas übertrieben reagiert worden. Diesmal gäbe es keine Konsequenzen. Zudem fände er es toll, dass ich jede Woche diese Berichte verfasse und solle doch damit weitermachen. Ich soll aber stellenweise ein wenig mehr objektiv sein und die Bezeichnung “Russen” vermeiden, da es von anderen Personen als rassistisch aufgenommen werden könnte. Dass ich keine Personen namentlich erwähne, lobte er besonders und ich muss damit unbedingt so weiter machen. Mit einem Augenzwinkern erwähnte er auch, ich solle ruhig erwähnen, dass er mit mir gesprochen hat. ;-)

Als ich den Ausdruck sah, dachte ich schon, ich müsse mit den Berichten aufhören und offline nehmen oder sonst etwas in diese Richtung. Erleichtert, dass es nicht so war, stellte ich mich wieder in die Warteschlange. Natürlich stürzten sich alle neugierig auf mich und wollten wissen, was er von mir wollte. Nach rund 37x mal erklären, konnte ich endlich meine Schuhe zur Kontrolle vorweisen, welche noch keine “Revision” benötigten. Dann war es schon bald wieder Zeit für den Znacht in der Stadtkaserne.

Nach der obligaten Dienstbesprechung mit dem Kadi durften alle Fahrer nochmals ins Auenfeld, weil am Donnerstag Abend nicht für alle Fahrzeug-WPDs unterschrieben wurde. Nach rund 30 Minuten TPD am Panzer und einer Unterschrift später sassen wir schon wieder im Lastwagen Richtung Stadtkaserne und fuhren dem Feierabend entgegen.

Gerüchteweise sollte nach dem ABV noch die Evakuierungsübung stattfinden, welche letzten Freitag kurzfristig abgeblasen wurde. Also richteten wir schon grob die Kleider und behielten sie im Bett gleich an. Dummerweise übermannte mich die Müdigkeit und ich schlief unweigerlich ein.

Eine halbe Stunde später war plötzlich ein riesen Tumult auf dem Gang. Als ich erwachte, sah ich schon niemand mehr im Zimmer. Nur ein Wachtmeister vom Romandzug stürmte ins Zimmer und brüllte mich an mit “DÉPÊCHEZ VOUS!!!!” Da wusste ich wieder was los war. :-) Zum Glück hatte ich Tenü Sport bereits an, also schnappte ich mir rasch den Käschu und ging nach draussen. Nach 15 Minuten warten, kam der Kadi und lobte uns, dass nach 4 Minuten bereits keiner mehr in den Soldatenzimmern war (Die Wachtmeister trudelten erst später ein ^^). Auf dem schnellsten Weg gingen wir wieder ins Bett….

Samstag
Das Abtreten verlief für einmal ohne Zwischenfälle. Um 6.50 Uhr wurden wir in Wochenende entlassen.

Fazit Woche 15:
Das Schiessen haben die allermeisten noch nicht verlernt und beim Trifit konnten sich einige gegenüber dem letzten steigern. Wir sind nun auch Experten im Tarnen von Fahrzeugen und im gesicherten Halt beziehen. Die nächste Woche kann kommen!

Erkenntniss Woche 15:
Auch wenn es mühsam ist, achte ich seit dem Theater am Mittwoch pausenlos darauf, dass mein Bleiföhn auf Mann oder im abgeschlossenen Fahrzeug ist. :-|

Ausblick Woche 16:
Eigentlich war die erste grosse Übung “Turicum Uno” angesetzt, aber ausgerechnet ich wurde ab Dienstag Morgen abdétachiert und bin die ganze Woche zur Verfügung der Durchdiener Kompanie. Nun habe ich natürlich keine Ahnung, was nächste Woche auf mich zu kommt. Aber hoffentlich komme ich so wenigstens zu möglichst viel Fahrzeit mit dem Panzer. :-)

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Saturday, February 20th, 2010

Woche 14: Willkommen in der Armee Reloaded

Wir zogen am Montag in Frauenfeld ein. Die VBA Telematik 61-3, Kompanie 4 ist nun mein neues zuhause.

Montag
Um 13.00 mussten wir in der Kaserne Auenfeld, etwas ausserhalb von Frauenfeld, sein und diverse Formulare ausfüllen. Nachdem ich beim richtigen Zug mein Gepäck deponiert hatte, musste ich mich beim neuen Zugführer anmelden. Erst beim 4. Anlauf war er zufrieden (Jaja eine Woche Ferien und schon geht alles vergessen…). Bis alle fertig waren, übten wir diverse Male die Achtungsposition und später auch Zugschule.

Irgendwann hiess es dann, Gepäck in die Saurer-Lastwagen verladen und ab in die Stadtkaserne (welche 100m von Bahnhof entfernt ist *Jubel*). Dort bezogen wir unsere Zimmer und machten mit unseren Wachtmeistern einen kleinen Rundgang. Danach gings auch schon wieder los mit Ausbildung, wir zerlegten unsere Gewehre in 60 Sekunden, Zusammenbau in 90. Anscheinend habe ich den Dreh wirklich langsam raus, denn wie in Kloten war ich immer der schnellste. :-)

Dann hatten wir Fahrer eine stündige Theorie, bei welcher wir diverse Unfallbilder mit Armeefahrzeugen betrachteten. Wir sollen doch bitte anständig fahren, um solche Situationen zu vermeiden. Alles klar… Anschliessend gabs Znacht. Die Küche machte vom Montag an die ganze Woche einen sehr starken Eindruck. Kein aufgewärmtes Dosenfutter wie in Kloten, sondern richtige frische Zutaten wie uns ein Küchenmensch erklärte.

Danach folgte die sogenannte Regierungserklärung. Es stellte sich der Kadi vor (ganz nebenbei bemerkt eine Frau Oberleutnant!!), der Hauptfeldi und der Fourier. Nach einer Stunde zuhören mussten wir auf die Zimmer und das erste Mal die Zimmerordnung erstellen, welche anschliessend kontrolliert mit mässigem Ergebnis kontrolliert wurde. Um 23.00 war dann endlich Lilö.

Dienstag
Hier in Frauenfeld darf man noch länger schlafen als in Kloten, nämlich bis 6.00 Uhr. Nach dem AV verschoben wir Fahrer per Duro nach Kloten und Hinwil, um unsere Fahrzeuge zu fassen. Ich war in der Kloten-Gruppe eingeteilt und musste ein Panzer fassen. Um 9 Uhr etwa waren wir da und 2 Stunden später auch schon fertig mit der Matkontrolle. Anschliessend führten wir eine Bremskontrolle durch. Da wir Pänzeler die einzigen waren, die von Fahren etwas verstanden, wandelten wir die Bremsprobe in eine 10-minütige Tour um. Denn der Leutnant, der mit uns mit nach Kloten kam, meinte nur “Jo Sie müend wüsse, was sie müend teschte…” Hehe alles klar ;-)

Nachdem wir zurück kamen, durften wir endlich unsere Lunchsäcke leeren. Dann warteten bis 15.30, bis alle anderen Fahrzeuge (Puchs und Duros) fertig kontrolliert waren und das Ok kam zur Rückverschiebung nach Frauenfeld. Mit gemütlichen 80-90 km/h durfte ich unseren Panzer über die Autobahn ins Auenfeld bringen und dort in die Halle 4 einparkieren.

Per 6DM (Saurer-Lkw) verschoben wir zurück zur Stadtkaserne. Dann hiess es plötzlich, Tenu A erstellen, wir haben nach dem Znacht Ausgang. Und so rundeten wir den ohnehin schon gemütlichen Tag mit ein paar Bier ab.

Mittwoch
Nach dem Zmorgen gings ins Auenfeld, wo wir Pänzeler für den Starkstrombefehl lernen mussten und 10 Minuten später rasch den Test absolvierten. Für das hatten wir fast den ganzen Morgen Zeit, also ging das grosse Chillen los. Kurz vor Mittag aber übte die ganze Kompanie mit dem Kadi die Harsch-Formation, also marschieren in 8er-Kolonne. Vor dem Rücktransport in die Stadtkaserne, lobte uns der Kadi, dass es fürs erste Mal gar nicht so schlecht ausgesehen hatte. In Wahrheit wusste aber jeder, dass es total verschissen ausgesehen hat…

Nach dem Zmittag folgte erneut die Verschiebung ins Auenfeld. Wir machten ohne Unterbruch anderthalb Stunden Kompanieschule mit dem Kadi und den Zugführern. Anschliessend gabs eine Pause.
Da das Korpsmaterial, welches bereits am Montag hätte hier sein müssen, immer noch nicht da war, mussten unsere Gruppenführer die Zeit kleinen Lektionen überbrücken. Wir übten wieder mal die internationale Buchstabiertabelle (Alpha, Bravo, Charlie….) und die Gefechtshandzeichen. Bis zum Rückverschiebung für den Znacht hatten wir aber doch mehrheitlich Pause.

Nach dem Znacht fuhren wir zum dritten Mal ins Auenfeld, wo wir das gefasste Tech-Material in unsere Fahrzeuge verladen mussten.
Um 23.45 kamen wir endlich ins Bett….

Donnerstag
Wie immer gings nach dem Zmorgen ab ins Auenfeld, wo wir das sorgfältig eingeladene Zeugs wieder ausladen durften und alles auslegen und auf Vollständigkeit kontrollieren durften. Da unsere Gruppe nur zwei Puchs hat (den Panzer mussten wir zum Glück nicht nochmals kontrollieren), waren wir relativ schnell fertig. Der Rest des Morgens war geprägt von Pfefferminztee trinken, Zwipf essen und herumhocken und plaudern.

Die geplante Verschiebung zurück ins Auenfeld nach dem Zmittag fiel dann aber überraschenderweise aus, weil irgendwelche benötigten Materiallisten nicht vorhanden waren. Also durften 15 Freiwillige einem Leutnant helfen, diese Papiere zu kopieren. Der Rest der Kompanie machte zugsweise im Tenu Sport eine 1-stündige Joggingtour ausserhalb von Frauenfeld. Als wir wieder zurück in der Kaserne waren, kam der Kadi und erklärte, dass die ganze Kompanie Ausgang habe bis 18.00 Uhr. Das bedeutete, wir durften rund 2 Stunden lang Kaffee statt Bier trinken gehen.

Nach dem Znacht gings wieder im Tenu B ins Auenfeld. Dort machten wir die restlichen Matkontrollen mit den erwähnten Listen. Anschliessend konnten wir endlich unser Korpsmat (Kampfrucksack, Gamelle, etc.) fassen. Und wieder wurde es 23.45, bis endlich Lilö war….

Freitag
Nach dem Zmorgen erstellten die ganze Kompanie das korrekte Tenü für die Standartenübernahme, welche heute im Auenfeld anstand. Nach der Verschiebung dorthin, übten wir als Kompanie nochmals den Marsch in der 8er-Kolonne. Mehr schlecht als recht marschierten wir dann mit Live-Blasmusik neben die anderen beiden Kompanien, sodass das ganze Bataillon neben einander aufgestellt war. Der Bataillonskadi und andere hohe Militärmenschen hielten vor uns und anderen geladenen Gästen aus der Kantonsregierung und ähnliches ihre Reden. Zum Schluss wurde noch die Nationalhymne gespielt und danach marschierten die Kompanien wieder vor ihre Hallen.

Zurück in der Stadtkaserne stellten wir vor dem Zmittag unsere Gewehre wie befohlen in die Rechen vor dem Zimmer. Während unserer Siesta trugen einige andere Soldaten unsere Gewehre nach unten und nahmen diese anscheinend mit zur Kaserne Auenfeld. Dann hiess es, der Zugführer von Zug 3 wolle uns einen Denkzettel verpassen, denn ist das Gewehr nicht auf Mann, muss es in die Waffenkammer. Wir düften jetzt unsere Gewehre auf den Kasernenareal suchen gehen. Ungläubig starrten wir unseren Zugführer an und verschoben dann ins Auenfeld.

Wir marschierten einmal ums ganze Areal und erfuhren dann zurück vor unserer Halle, dass alle Flinten ausserhalb der Kaserne bei den KD-Boxen im Dreck gefunden wurden. Mit dem Lkw fuhren wir dorthin und jeder nahm seine verunstaltete Flinte wieder auf Mann.

In der Stadtkaserne folgte dann der obligate Parkdienst, denn bei den meisten Flinten war der Lauf übelst mit Dreck und Schlamm verstopft. Danach kontrollierten wir selbständig, ob unser gefassten Korpsmat vollständig war.

Nach dem Znacht kam aus, dass einer sein Gewehr noch immer nicht gefunden hat. Da läuteten die Alarmglocken bei den Kaderleuten und wir mussten alle unser Gewehr wieder aus der Waffenkammer holen und die Gewehrnummer kontrollieren. Und noch immer vermisste unser Kamerad seine Freundin. Dann war ursprünglich die Dienstbesprechung geplant. Die ganze Kompanie stand im Esssaal schon bereit, aber wir wurden zugsweise wieder raus geholt, um erneut die Flinte zu holen, diesmal auf Befehl vom Kadi höchstpersönlich. Nach einer Stunde herumstehen, kam die erlösende Meldung, dass die Flinte gefunden wurde. Allerdings lag sie wie alle vermuteten nicht bei den KD-Boxen, sondern in unserer Fahrzeughalle. Wie das Gewehr dorthin kam, bleibt bis auf weiteres ein Rätsel. Meine Toleranz für Sinnlosigkeit wurde an diesem Tag äusserst stark strapaziert….

Ob es für den Leutnant, welcher diese völlig sinnfreie Aktion durchgeführt hatte, noch Konsequenzen hat, bleibt noch offen. Denn die Gewehre irgendwo im Freien zu platzieren, wo Zivilisten mit ihren Hunden vorbei gehen und theoretisch jederzeit ein Gewehr mitnehmen konnten, ist nicht sehr schlau.

Dann endlich konnten wir dem Kadi bei der Dienstbesprechung zuhören und reinigten anschliessend die gesamte Kaserne. Die angekündigte Evakurierungsübung nach dem Lilö wurde zum Glück gestrichen, denn wieder war erst um 23.30 Lilö. Jeden Tag war laut Tagesbefehl das Lilö um 22.30 angesetzt, aber an jedem Tag dieser Woche war ausser den Mahlzeiten fast nichts nach Tagesbefehl gelaufen.

Samstag
Um 5.30 war bereits Tagwache, damit wir um 6.00 ein halb aufgebackenes Gipfel und ein Viertelliter Comella konsumieren durften. Dann standen wir wieder eine Ewigkeit am dem AV-Platz herum, weil irgend ein Globi sein Verschluss noch nicht abgegeben hat. Schlussendlich kam er dann doch noch zum Vorschein (natürlich bei einem Wachtmeister…tztztz) und um ca. 7.15 wurden wir endlich in den Urlaub entlassen, welcher bis Montag Abend 22.00 geht, weil am Montag das Kader irgendeine Ausbildung hat.

Fazit Woche 14:
Die Disziplin-Schraube wurde gegenüber Kloten wieder stark angezogen, es kam mir teilweise vor, als hätten wir wieder Woche 1. Ansonsten war diese Woche bis auf die Fahrzeugfassung am Dienstag wenig spektakulär, Mat fassen, kontrollieren und warten waren unsere Hauptbeschäftigungen.

Erkenntniss Woche 14:
Hier in Frauenfeld hört man fast mehr französisch als in Bière, obwohl wir nur einen französisch sprechenden Zug haben.

Ausblick Woche 15:
Am Dienstag steht KD-Box schiessen auf dem Programm, am Mittwoch haben wir wieder mal ein Trifit. Am Donnerstag und Freitag haben wir eine 2-tägige Übung mit unseren Fahrzeugen, wo wir vorallem das Beziehen eines Standortes mit den Fahrzeugen trainieren werden. Gerüchteweise schlafen wir aber nicht draussen, sondern in der Kaserne….We’ll see….

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Monday, February 15th, 2010

Und wieder eine neue Heimat

Personen mit dem Drang, einem Soldaten unbedingt ein Paket zu schicken, werden gebeten die folgende Adresse auf das Paket zu schreiben:

Sdt
Daniel Hafner
Kp 4, Zug 2
VBA Tm 61-3
Militär 04310

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Monday, February 15th, 2010

Woche 13: Ferien

Wie man dem Titel schon entnehmen kann, verbrachten wir diese Woche zuhause.
Auf die Zusammenfassung der einzelnen Tage, das Fazit und die Erkenntniss verzichte ich ausnahmsweise. :-)

Ausblick Woche 14:
Am Montag muss ich 13.00 Uhr in der Kaserne Auenfeld in Frauenfeld (toller Kasernenname ^^) stehen. Der Montag und auch ein Teil vom Dienstag wird wohl wieder mit Material fassen ausgefüllt sein, für die restlichen Tage habe ich noch keine grosse Ahnung, was auf uns zu kommen wird.

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Saturday, February 6th, 2010

Woche 12 – WEMA

In dieser Woche ging es hauptsächlich nur noch darum, die grosse Inspektion gut über die Bühne zu bringen und die WEMA (Abkürzung für “Wiederherstellung der Einsatzbereitschaft des Materials in der Ausbildung” oder so ähnlich) durchzuführen.

Montag
Da heute die scharfe Inspektion statt fand (letzten Freitag war „nur“ die Probeinspektion mit dem Major, heute kam der Schulkommandant-Oberst), putzten wir unsere Kaserne blitzblank und erstellten die weltbeste Zimmerordnung.

Dann gings raus in die Kälte. Die ganze Kompanie stellte sich in zwo Gliedern auf (die Ferse an einer gespannten Schnur ausgerichtet), richteten unsere Füsse mit einem Dreieck genau auf die 60° aus, korrigierten unsere Tenüs aufs Äusserste und warteten fast eine Stunde praktisch regungslos, bis die Inspektion begann. Um 10.00 kam der Oberst mit seinen Leuten und unserem Kadi im Schlepptau (welcher wahrscheinlich nervöser war als wir Rekruten alle zusammen), ging langsam vor jedem Glied durch und blieb bei einigen stehen und blickte ihnen tief in die Augen. Das war das Zeichen, dass man sich beim Oberst mit einem lauten „Oberst, Rekrut *Insert name here*“ anmelden muss. Natürlich blieb er auch bei mir stehen, konnte aber dem immensen Druck standhalten (Achtung Ironie) und grüsste ihn laut und deutlich. :-) Auch Oberst sind nur Menschen.

Nach rund 15 Minuten im Achtung stehen, wurden wir endlich erlöst und durften ins Ruhn…nur um gleich das klinisch gereinigte Sackmesser und andere Teile des Sackbefehls zu präsentieren. Dank der Kälte hatte ich grosse Mühe, die Klingen aufzumachen, da meine Hände dem Kältetod nahe waren.

Wenige Minuten später veräumten wir unser Gerümpel wieder und durften in ein kleines Daher um den Oberst. Dieser meinte nur knapp, dass der Eindruck sehr gut war.

Direkt im Anschluss folgte ein Theorietest über die vergangenen 12 Wochen. Dabei kamen Fragen wie „Welche Himmelsrichtung beschreibt Azimut 1600?“, welche das Ganze für uns Panzerfahrer wie auch für den Rest des Zuges mehr zu einem Ratespiel machte als zu einem Test.
Dann hatten wir noch einen Moment Zeit, um uns einzustimmen für die Zugschulinspektion. Der Inspizient war bei der Inspektion vorallem beindruckt von unserer Reaktion, wir hätten die beste Leistung des Morgens gezeigt. Das gab ein 3-4 (gut bis sehr gut, 1=ungenügend, 5=hervorragend). Dann gabs den wohlverdienten Zmittag.

Während der Siesta kam dann unerwartet unser Zugführer ins Zimmer und gab bekannt, dass wir Pänzerler am Nachmittag in die Dienstgruppe umgeteilt wurden und die Radwechsel- und Schneeketteninspektion nicht über uns ergehen lassen müssen, da das nicht annähernd so gut im Griff hatten wie der Rest des Zuges. So freuten wir uns, dass wir im Matmag bereit Kleider bündelten und erste Arbeiten für die WEMA durchführten.

Vor dem Znacht war Abgeben des Korpsmaterials angesagt. Wir Panzerfahrer waren die ersten und nach beim Rest der Kompanie darauf achten, dass auch alle alles abgeben.

Nach dem Znacht folgte die Inspektionsbesprechung mit dem Oberst. Auf Kompaniestufe erhielten wir ein gut bis sehr gut. Sanitätsausbildung gabs ein knappes genügend, dafür glänzten wir beim Sturmgewehr zerlegen und korrekt riegeln mit einem sehr gut bis hervorragend. Auf Zugstufe hatten wir von unserer Kompanie die beste Zugschule (die anderen beiden Zügen hatten ein genügend-gut bzw. gut)

Anschliessend halfen wir Zug 2 beim Bündeln des zurückgegeben Materials. Um Mitternacht war dann endlich Lilö.

Dienstag
Ich durfte um 5.00 aufstehen, weil ich bei der Dienstgruppe eingeteilt war. Das bedeutete, man „betreut“ die Geschirrwaschmaschine während den Essenszeiten und reinigt die Kaserne.
Nach dem Zmorgenabwasch putzen wir die Gänge, Waschräume und Duschen. Natürlich machten wir regelmässig Pausen, da die Arbeit doch ziemlich anstrengen war. :-)

Am Mittag war dann in der Küche beim Abwaschen die Hölle los. Da kein Zug auf dem Feld oder sonst wo Zmittag ass, kamen Rekruten aus 3 Kompanien, ca. 400 Personen, in die Kaserne um zu essen. Kurz nach 13.00 durften wir dann endlich gehen.

Am Nachmittag nahmen wir rasch die Gänge noch nass auf und legten uns dann 2 Stunden lang ins Bett und holten etwas Schlaf nach. Um 17.00 mussten wir schon wieder in der Küche bereit stehen.

Wir mussten bis 20.00 abwaschen und helfen, die Küche zu reinigen. Dann schlossen wir uns dem Rest der Kompanie an, welche im AMITI schon den ganzen Tag am Film schauen war.
Kaum waren wir dort, durften alle zurück in die Zimmer, denn um 21.45 war Lilö angesagt.

Mittwoch
Nach dem Zmorgen gingen wir direkt ins AMITI. Jeder gab beim Eintreten jeweils sein Namensschild vorne am Tisch ab, sodass die Obergefreiten jeweils ein paar Schilder nehmen konnten, sobald wieder das Telefon läutete.

Das Telefon war sowieso immer im Fokus der ganze Kompanie. Jedes Mal wenn es läutete, hielt jeder den Atem an, wartete bis der Obergefreite auflegte, um dann möglichst nicht seinen Namen zu hören. Nach 2 Stunden Film war dann auch für mich die Luft zu dünn und ich wurde aufgerufen.

Mit dem Hauptfeldi fuhren wir zu viert mit einem Puch in ein Lagerhaus, nur um 10 Minuten lang Flauschis zu zählen und herumzutragen. Dann hängten wir vor dem Gebäude und machten Pause, bis uns ein Duro endlich wieder zurückbrachte.
Den ganzen Nachmittag lang sassen praktisch alle nur im AMITI und schauten einen Film nach dem anderen.

Nach dem Znacht mussten wir noch den restlichen Korpsgerümpel abgeben, unter anderen den Taz, den wir noch anhatten. So war von nun an nur noch Tenü B angesagt. Wir Pänzerler fassten wieder ein Sonderjob und mussten dann wieder das abgegebene Zeug bündeln und die Halle wischen.

Donnerstag
Da die Matverluste bereits auf 4000.- angewachsen waren, wurde ich ein kleines Detachement eingeteilt, welche die Aufgabe hatte, zwo Pallettrollis zu finden, welche die Hälfte der 2000.- ausmachten. Unser Obergefreiter kam dann relativ schnell zu der Erkenntnis, er wüsse ziemlich sicher, wo die Dinger sind, nur habe er keine Schlüssel, um die betreffenden Räume zu öffnen, wir können wieder ins AMITI verschwinden. Das taten wir auch ziemlich schnell, bevor er es sich anders überlegte und schauten bis am Mittag Rambo 4, Road Trip und Amercian Pie: Beta House. Nach dem Zmittag gings weiter mit Sieben, Zwei wie Pech und Schwefel und The Punisher.

Der Znacht bestand diesmal aus einem halben Güggeli frisch vom Wagen. Dieses verspeisten wir im AMITI, zusammen mit einem Calanda, welches ein Obergefreiter verteilte.

Im Anschluss folgte unsere Beförderung zum Soldaten. In 5er Gruppen mussten wir nach vorne kommen und in einem Glied vor den Kadi stehen. Nach einem „Hauptmaa, Rekrut Hafner“ folgte ein „Soldat Hafner, ich gratulier Ihne zu ihrere Beförderig“ und er drückte mir ein Couvert mit meinen Abzeichen in die Hand, ein toller Moment.

Endlich haben wir unser Soldatenbälkli und wir Panzerfahrer unser schönes Pänzerli, sodass wir uns nun aus dem grossen Haufen von Richtstrahlpionieren abheben können und auch unsere richtige Funktion zeigen können.
Der Kadi sagte dann noch, die Matverluste haben sich auf 1000.- reduziert. Allerdings war ein Viertel des Betrages zur 62 fehlende Badges und ein weiterer Viertel für 3 vermisste Sonnenbrillen.

Freitag
Als Zmorgen gabs lediglich ein Gipfeli, das versprochene Comella blieb aus. Dann gings wieder ins AMITI, um Pulp Fiction zu schauen. Zwischendurch wurden Schnitzelbrote (was um den Inhalt zu beschreiben wörtlich zu nehmen ist!!!) verteilt und alle warteten sehnsüchtig auf das erlösende Telefon vom Major.

Kurz nach 11.00 klingelte es dann endlich und all diejenigen, welche sich nicht für den Hilfsjob an der Beförderungsfeier eingeschrieben haben, durften nach Hause gehen. Die Matverluste betrugen nun unter dem Strich 1200.-. Der Kadi sagte uns das sehr vorwurfvoll und wie viel das sei und so viel habe er noch nie gehabt etc. Wir Pänzerler grinsten uns nur an und dachten an unsere Bière-Ära zurück, wo solche Beträge ganz normal waren. ;-)

Für die Beförderungsfeier des Kaders war ich im Fahnendetachement eingeteilt. Um 13.00 wurden also 26 Soldaten in ein Kongresszentrum in Kloten verschoben, wo jeder eine Fahne fasste. Für mich kam natürlich nur die Thurgauerfahne in Frage. Da ich der einzige Thurgauer war, war der Kampf darum klein. Bei der Zürcher und Bernerfahne gabs schon mehr Terror.

Nach dem wir den Einmarsch in den Saal 3x geübt haben, folgte der „scharfe“ Einmarsch vor allen Kaderanwärter, deren Mamis und Papis und einigen hohen Militärmenschen. Nach 2 Minuten vor der Bühne stehen, durften wir auch schon wieder raus marschieren und unser Job war erledigt.

Zurück in der Kaserne mussten wir noch die Zeit überbrücken, bis der Kadi von der Feier zurück war, unser Gepäckraum aufschloss und uns entliess.

Fazit Woche 12:
Nebst der Inspektion am Montag war das die friedlichste Woche bisher. Tagelanges Film schauen und Dienstgruppe machten die Woche sehr angenehm.

Erkenntnis Woche 12:
Von mir aus könnte jede Woche WEMA sein….

Ausblick Woche 13:
Kurz gesagt, es gibt keine Woche 13. Wir haben jetzt eine Woche Ferien bis ich am 15.2. um 13.00 in Frauenfeld für die VBA wieder einrücken muss.

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Saturday, January 30th, 2010

Woche 11: Panzerfahrer zu sein ist …leicht

Diese Woche war geprägt von Hä-Si-Be, Herumstehen, Warten, wie man es auch immer bezeichnen möchte, während der Rest des Zuges immer volles Programm hatte…

Montag
Zuerst durften wir Shuttlefahrer vom Tag der Angehörigen noch die Duros wieder an die richtigen Orte parkieren. Ich klinkte mich dann aber vorzeitig aus, um rechtzeitig zum Briefing der grossen Kollektivfahrstunde zu erscheinen. Im Zweierteam (Panzer und Duro) fuhren wir dann am Morgen ins schöne Appenzellerland in die Schwägalp. Zu zweit belegten wir für die Hinfahrt einen Duro und waren für das Kartenlesen zuständig. Etwa in der Hälfte der Strecke war Fahrerwechsel angesagt. Pünktlich zum Zmittag kamen wir dort auch an, um dann unseren Lunch zu essen. Dieser enthielt ein Büchsenjohnny, nur hatten die allermeisten den Notkocher nicht dabei….

Anschliessend wärmten wir uns im Restaurant noch bei einem Kaffee auf und nahmen dann den Rückweg in Angriff. Jetzt war nicht zur Fahrerwechsel, sondern Fahrzeugwechsel. Nun mussten wir mit dem Panzer nur noch dem Duro vor uns folgen und konnten uns voll und ganz aufs Fahren konzentrieren. Wieder etwa in der Hälfte war dann Fahrerwechsel.

So gegen 16.00 waren wir zurück in Kloten. Dank dem äusserst ausführlichen TPD konnten wir leider beim Schuh-PD nicht mehr anwesend sein und gingen direkt zum Znacht über. :-) Danach war Tenü A und ein kleiner Ausgang angesagt, welchen wir mit ein paar Bier aus einem eingewanderten Discounter gemütlich hinter uns brachten.

Dienstag
Am Vorabend wurden noch 5 Freiwillige gesucht, welche bei der 2-tägigen Übung “Casa Rossa” von Zug 2 als Fahrer anwesend sein müssen. Ich war einer davon und wir wurden informiert, dass das keine grosse Sache werden wird und wir auch in der Kaserne schlafen können.

Nach der Übungsbesprechung herrschte emsiges Treiben beim Vorbereiten und Einladen des Materials. Während die anderen wegfuhren, blieb ein Kamerad und ich einfach zurück, weil wir nicht gebraucht wurden. ^^ So suchten wir mal unsere beiden Duros und fuhren zum Übungstandort. Dort angekommen, wurden ich der Gruppe zugeteilt, welcher den Kommunikationsknoten 01 betreut und sein Schlafquartier im unterirdischen und vorallem geheizten Luftschutzkeller hatte.

Da wir Fahrer ja “nur” fahren sollten, war unsere Arbeit vorerst erledigt und das grosse Herumsitzen begann. Zum Glück war unsere Gruppe auch zuständig für den Transport der Mahlzeiten. Also holten wir gemütlich den Zmittag für die ganze Belegschaft.

Der Rest des Tages ist schnell erzählt: 1.5h schlafen im Duro, die andere Gruppe im geheizten RAP-Panzer besuchen, Znacht transportieren, herumsitzen, Wache von 22-0 Uhr

Mittwoch
Der zwote Tag der Übung began sehr friedlich. Wir schliefen bis 6.30, jassten den ganzen Morgen, transportierten den Zmittag und halfen dann beim Aufräumen des Materials, denn die Übung neigte sich dem Ende zu.

Kaum war alles in den Duro eingeladen, sprang dieser nicht mehr an, kein Wank mehr. Überbrücken und Sicherungen kontrollieren brachten keine Besserung. So entschieden wir uns zum Abschleppen. Im Schritttempo zog ein Kamerad mit seinem Duro meinem vollbeladenen Duro zurück zur Kaserne. Dort ladeten wir alles aus und schleppten den defekten Duro in die Werkstatt.

Am Abend fand zur Krönung des Tages der Fak-Ausgang statt, bei welchen wir uns ein äusserst delikates Menü in einem bekannten Fastfood-Restaurant am Flughafen gönnten.

Donnerstag
In der Nacht hatte es (wieder mal) stark geschneit, die Strassenverhältnisse waren alles andere als lustig. Vorallem mussten wir mit den Panzern in eine nahe gelegene Halle fahren und das auf Strassen, auf welchen Winterdienst ein Fremdwort war….

Doch wir schafften es alle Panzer unfallfrei zu verschieben und begannen wieder mal mit dem Auslegen des Materials. An diesem Tag fände laut Wochenpicasso auch noch der Rapido statt (5km rennen mit Kampfkomplett). Unser Arbeitstempo war demnach so ausgerichtet, dass wir auch nach dem Znacht noch nicht fertig waren. So hielten wir uns mehrheitlich im (warmen) WC des Gebäudes auf oder hockten sonst irgendwo herum. Eine Teil der Infanterie-Brigade aus Dübendorf richtete nebenbei auch noch ein mobiles KP ein. So kam auch mal ein Oberwachtmeister ins WC und meldeten “Melde WC ab”, als er hinaus ging.

Die Arbeitstempobegrenzung funktionierte ganz gut bis nach dem Zmittag, welchen wir in unserer Kaserne einnahmen. Danach hiess es, wir müssen bis 16.30 fertig sein. Widerwillig hielten wir diese Zeit ein und erfuhren von unserem Obergefreiten, dass der Rapido offiziell abgeblasen ist, was ein immenser Stimmungsanstieg bedeutete. Wir spekulierten, dass es wegen den rutschigen Strassenverhältnissen die Unfallgefahr zu gross war.

Zurück in der Kaserne foodeten wir rasch Znacht und erfuhren dann mit Schrecken, dass wir als einziger Zug nun doch mit Kampfkomplett bereit stehen sollen. Voller Motivation standen wir bereit und rannten tatsächlich los, um nach 1.5 Minuten beim AMITI (eine Art Mehrzweckhalle) einzutreten. Unser Zugführer hatte uns voll verarscht. ;-) Das Schlechtwetterprogramm beinhaltete Gewehrmanipulationen und Auseinandernehmen/Zusammensetzen. Nach einem kurzen Schuh-PD und ein paar Liegen auf dem rutschigen Untergrund war um 22.00 auch schon Lilö.

Freitag
Am Morgen gingen wir wieder mit einem Duro zu unseren 6 Panzern und mussten noch das restliche Material einräumen. Wir verschoben mit den Panzern zurück zum Waffenplatz und machten erstmal eine Kaffeepause. Mit dem Hochdruckreiniger waschten wir äusserlich alle Panzer und hatten danach wieder eine Kaffeepause. So verging die Zeit ziemlich schnell und schon war es Mittag. Für den Rest der Kompanie fand an diesem Morgen das Blutspenden statt…..

Am Nachmittag stand die grosse Frage im Raum, ob wir zusammen mit dem Rest des Zuges an die Inspektion mit dem Major müssen oder nicht. Aufgrund der Tatsache, dass wir keinen kompletten Sackbefehl haben, durften wir 2 Stunden lang riegeln und Gewehr auseinanderbauen, während der Rest inspiziert wurde. Fürs Auseinanderbauen inkl. korrekter Auslegeordnung bin ich unterdessen bei 58 von 60 erlaubten Sekunden. Beim Zusammenbauen bin ich mit 48 von 90 erlaubten Sekunden fast immer der schnellste.

Dann schlossen wir uns dem Rest wieder an und gingen zur Dienstbesprechung mit dem Kadi, welcher im Ausblick auf die grosse Kompanieinspektion am Montag mehrfach betonte, wir sollen unser Bestes geben. Ist einer schlecht, heisst das die Kompanie erhält eine schlechtere Note. Jeder müsse also an diesem Morgen voll konzetriert bei der Sache sein.

Da die Zugschulinspektion vorraussichtlich in der Halle stattfinden wird, übten wir unser Programm auch gleich dort. Nach 3 Durchgängen durften wir dann endlich zum Znacht. Da mehr als die Hälfte sich freiwillig für einen Job bei der Kaderbeförderungsfeier von nächster Woche eingeschrieben hatte, durften diese bereits am Freitag ins Wochenende. Und so kam es, dass ich das erste Mal in meiner Militärkarriere am Freitag ins Wochenende entlassen wurde und kurz nach 21.00 zuhause stand.

Fazit Woche 11:
Es war eine sehr lockere Woche, welche hauptsächlich nur aus Warten uns Herumstehen bestand. Die Übung am Dienstag und Mittwoch war schon mal ein kleiner Vorgeschmack auf die VBA in Frauenfeld.

Erkenntnis Woche 11:
Zum Glück haben wir Fahrer keine Ahnung von Übermittlungstechnik, wir können eben nur fahren ^^

Ausblick Woche 12:
Am Montag findet wie angekündigt die grosse Kompanieinspektion mit einigen hohen Tieren statt. Dienstag, Mittwoch und Donnerstag haben wir WEMA (steht für “Wiedereinsatzbereit machen des Materials in der Ausbilung” oder so ähnlich), das heisst Putzen des Materials, Reinigen der Kaserne und Hallen, etc. Am Donnerstag findet unsere Beförderung zum Soldaten statt und am Freitag Nachmittag die Beförderungsfeier des Kaders (Obergefreite werden Wachtmeister usw.). Für einige ist am Freitag Mittag Feierabend, für den Rest und auch mich erst gegen Abend.

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Sunday, January 24th, 2010

Woche 10: Einleben in der neuen Heimat

Ein neuer Waffenplatz, eine neue Kaserne, ein neuer Kadi, aber immer noch der gleiche Verein. Nach einer Woche Kloten haben wir die bedeutende Erfahrung gemacht, dass in Bière die Ausbildungsschwerpunkte ganz woanders liegen als hier in Kloten…

Montag
In Kloten darf man 15 Minuten länger schlafen, nämlich bis 05.45 und für den Zmorgen hat man immer reichlich Zeit. An diesem Morgen stand Fitness im Tenü Sport auf dem Programm. Nach Joggen, Fussball und einer Dusche standen wir später im Kampfkomplett wieder bereit. Es stand ein theoretischer ABC-Test an, bei welchem unsere kaum vorhandenen und bereits etwas angestaubten Kenntnisse geprüft wurden. Im Anschluss kam für uns RAP-Fahrer der Stgw-Manipulierposten dran. Der Obergefreite war von unseren Fertigkeiten nicht wahnsinnig begeistert und schüttelte erst recht den Kopf, als einer von uns sagte, seine erste Munition im Magazin war die richtige und nicht Manipuliermunition…

Zum ersten Mal sahen wir auch eine Hindernisbahn aus der Nähe. Nach einigen “Leck huere krass” und “Do chumi jo nie drüber” durften wir dann selber die Hiba absolvieren: Robben, über eine 2m hohe Wand und weitere lustige Dinge mussten überwunden werden. Danach gabs den verdienten Zmittag.

Am Nachmittag war ein Sim-Gefecht angesagt. Da legt man eine Veste mit Sensoren für den Oberkörper und Helm an und schraubt ein Impulsgeber auf das Gewehr. Dann lädt man noch Markiermuntion ins Magazin, welche zwar knallt beim Abdrücken, aber keine Kugel enthält. Mit diesen Systemen kann man sehr realistisch Gefechtsübungen machen und darf auf seine Kameraden “schiessen”.
Wie der Rest vom Zug zogen wir RAP-Fahrer auch die Sim-Gstältli an, um dann kurz vor der Verschiebung per Duro zu erfahren, dass wir hier bleiben und manipulieren müssen. Jaja, das Leben ist kein Sugus….

Also manipulierten wir widerwillig wie die Weltmeister den ganzen Nachmittag lang mit der Flinte bis die anderen wieder zurück kame für die Schuh- und Gewehr-PD. Nach dem Znacht hatten wir dann noch bis 22.00 Ausgang (welcher als Schlafergänzung diente) und um 22.15 war bereits Lilö.

Dienstag
Nach dem Zmorgen marschierten wir zum nicht weit entfernten KD-Box-Schiessstand Tegital. Wir Ex-Infateristen bekamen natürlich wieder eine Sonderlektion vom Zugführer persönlich. Wir übten das Schiessen aus einer 90°- und 180°-Drehung, das Schiessen während einer Vorwärtsbewegung und durften auch das erste Mal eine volle 20er-Salve verschiessen, was so ziemlich das Highlight des Tages war. ;-)

Als Nebenposten gabs langweilige Kost: Gewehr auseinander nehmen und wieder zusammensetzen in 60 bzw. 90 Sekunden. Interessanterweise kann ich das Gewehr knapp in 60 Sekunden inkl. korrekter Auslegeordnung auseinandernehmen, beim Zusammensetzen bin ich bereits bei 50 Sekunden….

Nach einen feinen Zmittag aus der Gamelle folgte das Schiessen im kompletten ABC-Schutzanzug. Das Schiessen mit der Schuma erwiess sich als äussert schwierig, da man kaum eine Haltung findet, mit der man noch durch das Visier schauen kann, aber irgendwie brachte ich bei der anschliessenden Schiessübungen alle Schüsse ins Ziel. Nach dem Nebenposten Personenkontrolle und Festnahme bereiteten wir uns wieder auf den Rückmarsch vor.

Zurück in der Kaserne gabs erst mal Znacht und danach 2 Stunden lang Zugschule und nach einem grossem Gewehr-PD (der Dreck von über 100 Schuss entfernt sich nicht von alleine *seufz*) durften wir auch schon ins Bett.

Mittwoch
Nach einem kurzen AV (was eher ein Appell ist, Kp steht in AV-Formation, Achtung, Feldi-Anwärter meldet Bestand, Ruhn, Kadi sagt 20 Sekunden lang, dass es zum heutigen nichts spezielles zu sagen gibt, fertig) marschierten wir zum Paddock (weiss der Teufel, wer diese Namen sich ausgedacht hat…) und stellten den ganzen Morgen Richtstrahlgeräte auf und bauten sie wieder ab. Dazwischen gabs jeweils grosszügige Pausen. Am Mittag gings kurz zurück zur Kaserne zum essen, um am Nachmittag wieder Richtstrahler auf- und wieder abzubauen.

Uns wurde gesagt, dass wir das eigentlich nicht können müssten, aber es wäre nützlich zu wissen, wie es geht. So könne man im Falle eines Falles mal dem Kameraden helfen…

Am späteren Nachmittag verluden wir das gesamte Material in einen Lastwagen, welcher es zur Halle 1 brachte, wo wir alles wieder ausluden und zum reinigen eine wunderschöne Auslegeordnung erstellten.

Heute stand auch der Fak-Ausgang an. Nach endlosem Warten auf dem HV-Platz durften wir endlich wieder in die Kaserne und unser Znacht fassen und entgingen somit nur knapp dem Hungertod….

Donnerstag
Zum Einstieg in den Tag fand wieder ein Fitness-Block statt. Da es in der Nacht geschneit hat, war an ein Joggen nicht zu denken. So gingen wir in die Mehrzweckhalle und spielten Fussball. Anschliessend folgte die ganztägige Übung “Collect” oder so ähnlich. Bei dieser Übung ging es darum einen gesicherten Halt zu machen und an verschiedenen Standorten Richtstrahl- oder Lichtwellenleiterverbindungen zu errichten. Nach einer kurzen Fahrt im Duro (ich war der Fahrer) folgte dann der angekündigte gesicherte Halt und alle aus der Gruppe lagen rund um den Duro in den Schnee und beobachteten ihren Sektor. Dabei gab es auch eine lustige Inspektion von ein paar Kadermenschen. Während ich im Schnee lag, fragte mich ein Leutnant, was mein Auftrag sei. Ich erzählte ich meinen 3-Punkte-Befehl und als Antwort kam “Ja aber was ist ihr Auftrag?” Hallo? Sagte ich das nicht gerade? Hmpf….

Nach 20 Minuten den A… abfrieren durften wir wieder weiterfahren, nur um 100m weiter wieder einen gesicherten Halt zu machen. Nach 30 Minuten wurde ich zumindest erlöst, weil ich den Gruppenführer zum eigentlich Zielort fahren musste, um zu rekognoszieren. Der Rest der Gruppe lag noch weitere 20 Minuten im Schnee, bis ich sie wieder abholte. Dann folgte der eigentliche Hauptteil der Übung: Das Aufstellen der Richtstrahlantennen und rund 300m Leitungsbau, was sich als äusserst langweilig herrausstellte….

Wir RAP-Fahrer hatten zum Glück am Nachmittag ein Sonderprogramm und klinkten uns nach dem Gamellenzmittag aus. Zusammen mit den anderen RAP-Fahrern aus Bülach bekamen wir eine kleine Repetition über den RAP-Panzer und fassten 6 Fahrzeuge. Das bedeutete natürlich wieder Kontrolle des gesamten Materials. Das dauerte bis weit nach dem Znacht und wir kamen gerade noch rechtzeitig zum Schuh-PD mit dem Rest des Zuges. Zur Abwechslung gabs diesmal vor dem ABV keine Liegen oder ähnliches wie das an den bisherigen Tagen immer der Fall war….

Freitag
Dieser Tag war voll und ganz für die Vorbereitungen für den Tag der Angehörigen, kurz TdA, reserviert. Ich wurde in die Gruppe der Shuttlefahrer eingeteilt, welcher die Besucher vom Flughafenbusbahnhof zur Kaserne und zurück fährt. Für die Autofahrer stellten wir diverse gelbe Militärwegweiser auf und deckten verwirrende Fahrverbotsschilder ab, sodass auch jeder Tubel den Parkplatz sicher finden wird. Und so wurde dann auch schon Mittag.

Am Nachmittag zeigte uns ein Oberwachtmeister noch die zu fahrenden Routen und gab letzte Instruktionen, wie wir uns zu verhalten haben etc. Der Rest des Nachmittags war dann wieder geprägt von diversen Pausen und Warten.

Nach dem Znacht putzen wir noch ein wenig die Kaserne und um 22.00 war bereits Lilö.

Samstag
05.30 aufstehen, um 2 Gipfeli und ein Comella zu fassen (richtiges Bière-Feeling kam auf). Um 07.00 gabs ein kleines AV und danach hiess es wieder warten bis 07.50, um mit den Fahrzeugen (2 Duros und ein Mercedes Sprinter) an den Flughafen zu fahren und auf “Kundschaft” zu warten. Um 08.45 kamen die ersten und so gegen halb 10 war der grosse Ansturm. Eine Stunde später durften wir zur Kaserne zurück und unsere Familien und Bekannte suchen. Im Tenü A liefen wir kurz bei den Posten der Kompanie 4 vorbei und assen danach ein feines Hörnli und Ghackets. Um 12.20 musste ich dann schon wieder mit dem Shuttle-Dienst bereit stehen, um die Leute wieder an den Flughafen zu chauffieren.

Als einer der letzten kam ich um 14.15 zurück zur Kaserne und musste erst noch dem Zimmerschlüssel hinten nach rennen und für den Feldweibel-Anwärter noch ein RAP-Panzer herumparkieren, weil niemand anderes mehr da war, der die Dinger fahren konnte. Um 14.50 holten mich meine Kollegen ab und um 16.00 war ich endlich zuhause….

Fazit Woche 10:
Wir haben uns langsam gut eingelebt in der neuen Kaserne und lernen nach und nach die neuen Sitten und Gebräuche kennen. Vorallem das formelle Niveau (Grüssen etc.) ist massiv tiefer als in Bière.
Auch haben wir diese Woche erfahren, wo wir in der VBA in Frauenfeld eingeteilt worden sind. Ich bin Kompanie 4, Zug 2 und darf nacht einer Woche Ferien am 15.2. um 13.00 einrücken.

Erkenntnis Woche 10:
Je länger die Woche dauerte, desto mehr hatten wir das Gefühl, dass wir in Bière gar nichts gelernt haben. In Kloten wird scheinbar alles anders gemacht….

Ausblick Woche 11:
Am Montag haben wir eine ganztägige Kollektivfahrstunde in die Schwägalp *freu*. Am Donnerstag Nachmittag haben wir unseren ersten Rapido. Das ist eine 5-6km lange Strecke, welche mit Kampfkomplett gerannt wird *keuch* Hoffentlich haben wir dann RAP-Sonderprogramm…

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Sunday, January 17th, 2010

Eine neue Heimat

Hier noch die neue Adresse:

Rekr Hafner Daniel
Kp 4, Zug 3
Uem/FU S 62-3
Kaserne
8302 Kloten

Wir werden 3 Wochen in Kloten gastieren und geniessen anschliessend 1 Woche Ferien, bevor es dann mit der VBA in Frauenfeld los geht.

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Saturday, January 16th, 2010

Woche 9: Adieu Bière, Sali Kloten

Am Freitag schlossen wir das erste Kapitel der RS ab, wir verliessen Bière und fuhren mit unseren RAP-Panzern nach Kloten.

Montag
Nach den 3 Wochen Ferien mussten wir erst am Montag um 13.00 Uhr einrücken. Leider herrschte bei der SBB an diesem Morgen ein ziemliches Chaos, dass wir nur ganz knapp pünktlich einrücken konnten. Dann wurden wir vom Rest des Zuges getrennt und das Uem-Det wurde gebildet. Nun waren wir 21 Nasen, welche an den 6 RAP-Panzern herumspielen durften. Der Stabsadjutant persönlich gab uns einen Überblick über die kommende Woche. Anschliessend gings zur Romands-Panzerhalle, wo die RAPs zuhause waren. Nur ich durfte beim FASPA-Gebäude bleiben, weil noch der letzte Versuch C1-Anhängerprüfung hängig war. Wiederum beim Stabsadi brachte ich die Prüfung mit einem “Erfüllt” hinter mich, musste aber morgen um 9.30 nochmals bei ihm vorbeischneien, weil ich bei Massen und Gewichte keine Ahnung mehr hatte…

Ich stiess wieder zum Rest des Dets, welches bereits mit der Matkontrolle der Panzer begonnen hat. Leider hat so ein RAP rund doppelt so viel Gerümpel wie ein normaler Piranha. Dementsprechend lange ging auch die Kontrolle, welche nur kurz durch den Znacht unterbrochen wurde. Nachdem wieder alles eingeräumt war, gabs eine kleine theoretische Einführung, wie man als Fahrer den Panzer bedient und den Marschparkdienst durchführt.

Dienstag
Ohne AV mussten wir gleich die Panzer aufkollonieren und bereit machen für eine grössere Kollektivfahrstunde. Nachdem wir auf dem Waffenplatz ein wenig herumkurven durften, musste ich vor der grossen Tour noch rasch beim Stabsadi vorbei, um noch die auswendig gelernten Daten über den Duro vorzutragen. Nach 2 Minuten bei ihm im Büro war er zufrieden und gab mir die Ausbildungskontrolle mit einem “Erfüllt” zurück.

Die grosse Tour führte uns über Chamblon bis nach Colombier, wo jeweils auch Fahrerwechsel war. Pünktlich zur Mittagszeit trafen wir in Colombier ein und assen aus unseren heiss geliebten Lunchsäcken. Danach gings den gleichen Weg zurück nach Bière. An diesem Tag fuhren wir rund 190km und tanken bei der Ankunft in Bière 110 Liter Diesel in unser Panzer. 19,2 Tonnen brauchen eben Kraft (400PS ;-) ), um bewegt zu werden und Kraft braucht eben Diesel.

Den RAP-Panzer zu fahren ist im Vergleich zum normalen Füsel-Piranha ein Traum: Servolenkung (lenken mit kleinem Finger), Blinker, Volllicht und Scheibenwischer an einem Hebel unter dem Steuerrad wie beim PW, digitaler Tachometer auf dem Lukenrand, Fahrerluke mit Verdeck, eine super Heizung, Kameras hinten, vorne und auf dem Dach für die Antenne, höhenverstellbares Lenkrad inkl. Pedale, und, und, und.

Nach dem TPD gabs auch schon Znacht und es folgte noch eine Matkontrolle des PA-Materials für unser Uem-Det. Bei einigen fehlten immer noch (in Woche 9!!) die Funktionsabzeichen für an den TAZ, aber ja, so ist halt Militär…. Damit wir bei der Matkontrolle nicht einschlafen (haha…), gabs zwischendurch mal rasch 35 Liegen. Anschliessen erstellten wir rasch Tenu A und durften in den letzten Ausgang in Bière.

Mittwoch
An diesem Morgen fand uns das letzte AV statt. Anschliessend gabs Ausbildungen über die grosse Antenne auf dem Dach. Erst müssen 3 Stützen ausgefahren werden, bevor die Antenne aufgerichtet und voll ausgefahren (16,7m hoch) werden kann.

Am Mittwoch und Donnerstag fanden auch noch kleine Fahrprüfungen statt. Jeder musste rund eine Stunde lang eine Tour im RAP machen, um zu zeigen, dass wir nicht nur den Piranha, sondern auch den grösseren RAP im Griff haben. Zwischen der Antennenausbildung war ich mit der Prüfung an der Reihe und fuhr durch die verschneite Landschaft. Die Strassenmarkierungen konnte man mit etwas Fantasie schon erkennen, aber mit Schneeketten duften man sowieso nicht schneller am 40-50 km/h fahren. Am Schluss gabs ein “Erfüllt”. Pünktlich zum Zmittag stiess ich wieder zu den anderen und wir verschoben zurück in die Kaserne.

Am Nachmittag lernten wir das Montieren und Bedienen des MGs. Auch der RAP-Panzer hat ein 12.7mm MG, genau das gleiche wie beim Füsel-Piranha. Wie beim Fahren ist die Bedienung des Waffentürmchens ein Traum: Per Joystick und 2 wählbaren Geschwindigkeit richtet man die Waffe auf das Ziel und drückt wie bei einem PC-Joystick mit dem Zeigefinger auf den Abzug. Sollte die elektrische Abfeuerung mal streiken, gibts auch hier eine mechanische Abfeuerung. Diese besteht darin, aufzustehen, das MG mit beiden Händen hinten an den Griffen zu halten, über Visier und Korn zu zielen und mit den Daumen abzudrücken. ;-)

Den ganzen Tag über hatten wir fast mehr Pause als Ausbildung, was ganz zur Zwipfkiste passte, den diese wurde von der Küche äusserst reichhaltig gefüllt worden.

Nach dem Znacht richteten wir 4 Panzer für morgige MG-Schiessen. Da die Munkisten aus dem Munmag direkt in den Munkastenhalter eingeführt werden können, mussten wir nicht mal panzereigene Munkisten mit Gurten füllen. So montierten wir rasch die MGs und hockten anschliessend 2 Stunden lang in der Kaserne herum und warteten aufs ABV.

Donnerstag
Wieder ohne AV kollonierten wir unsere 4 vorbereiteten RAPs auf, um wieder auf den Hügel “Belle vue” zu fahren, doch der Nebel machte uns ein Strich durch die Rechnung. Es hiess darum erst mal Pause machen….

Rund eine Stunde später fuhren wir dann doch auf den Hügel und kaum waren wir oben, verzog sich der Nebel und gab die Sicht auf den Zielhang frei. Jeder liess rund 50 Schuss Spreng-Leuchtmun durch. Die mechanische Abfeuerung war noch ein tolles Erlebnis. Hinten am MG per Daumen des Abzug zu drücken, war ein cooles Gefühl. Nur treffen tut man absolut nichts ^^

Wir assen unseren letzten Zmittag in der Kaserne und machten uns dann daran, die MGs zu putzen und TPD an den Panzern zu machen, natürlich wie immer mit viel Pausen dazwischen.

Vor dem Znacht stand noch die Rückgabe des Korpsmaterial an. Von der ausgelaufenen Sonnencremetube bis zum ABC-Anzug gaben wir alles ab und gingen dann direkt zum letzten Mal in den Esssaal für den Znacht.

Anschliessend mussten wir noch zur Schuh- und Gewehrnummerkontrolle beim Major höchstpersönlich antreten. Nachdem auch das bei allen in Ordnung war, sagte uns der Major, dass wir nach getaner Arbeit frühzeitig ins Wochenende entlassen werden. Juhui….
Wir packten noch unser ganzes PA-Material und verluden alels in die Panzer. Da wird um 04.00 aufstehen werden, war schon um 22.00 Lilö.

Freitag
Tagwache um 04.00, Abfahrt um 05.00, Ankunft in Kloten 09.30. Es folgte nun eine grosse Matkontrolle aller Panzer, Reinigen der Panzer innen und aussen.

Als wir schon fast fertig waren mit einräumen, stellten wir fest, dass das grosse fette Panzerhandbuch bei einem Panzer fehlt. Zu 99% waren wir uns sicher, dass der Ordner in der Panzerhalle in Bière liegen blieben. Vom ausgeteilten Sold durften wir alle 20.- wieder abgeben, denn das Teil kostete 400.-….

Um 14.30 Uhr waren wir mit allen Arbeiten fertig und freuten uns aufs verlängerte Wochenende. Doch dem war leider nicht so. Unser Det wurde zu je 10 Personen aufgeteilt. Eines durfte gleich das Gepäck wieder fassen und einem Wachtmeister zur Kaserne 3 folgen. Wir räumten unser Zeug in ein enges 10er Zimmer ein und hörten einer kurzen Theorie über den Dienstbetrieb. Das Gewehr und der Verschluss mussten wir die Waffen- und Verschlusskastenkammer einschliessen.

Es folgte nun wieder eine Matfassung der Korpsmaterials und nach und nach lernten wir auch die anderen Kameraden aus Zug 3 kennen. Nach dem Znacht machten wir rasch 293 Liegen in verschiedenen Varianten und führten die Aktion “Meister Propper” durch. Diese bestand darin, eine Halle auf dem Gelände zu wischen.

Um 21.45 war bereits Lilö!!

Samstag
Um 05.45 war Tagwache und wir hatten fast ewig Zeit, um uns zu richten und das Zimmer in Ordnung zu bringen. Viele Kameraden gaben uns Tipps, auf was wir achten müssen und wie was wo sein muss.

Um halb 8 war dann (endlich) das HV und wir wurden ins Wochenende entlassen.

Fazit Woche 9:
Die kurze Ausbildung am RAP-Panzer war sehr interessant und es war mit Abstand die lockerste Woche seit Beginn der RS. Die lange Fahrt nach Kloten verlief ohne besondere Vorkomnisse, nur bei Zürich gabs einen kleinen Stau.

Erkenntnis Woche 9:
Endlich kann ich meine Französischkenntnisse wieder verstauben lassen, wir haben im neuen Zug keine Russen mehr.

Ausblick Woche 10:
Wir werden nun 3 Wochen in Kloten verbringen, für die 4. Woche sind (schon wieder) Ferien angesagt. Nächste Woche werden wir RAP-Ausbildung haben, was auch immer das konkret bedeuten wird. Ob und wieviel wir mit dem Rest des Zuges das Wochenprogramm bestreiten, steht noch in den Sternen….

Erstellt von Dani | Abgelegt in Militär | Kommentar schreiben »